Klimawandel
-was-tun.de
 
 


Klimakrise

Schaffen wir den Umbau noch, bevor es in den Abgrund geht?

                Jeremy Rifkin, US-Ökonom in der Südd. Zeitung am 17.10.2008 zum Klimawandel

 

 

Zusammenfassung

Durch Verbrennung von Kohle, Erdöl und Erdgas kommt es zum Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre. Das CO2 bleibt für menschliche Zeiträume "ewig" in der Atmosphäre.  In der Folge steigt die globale Temperatur mit vielfältigen Folgen wie Meeresspiegelanstieg, Abschmelzen der Gletscher, Wüstenbildung. Damit verbunden sind erhebliche Auswirkungen auf den Menschen.

Wenn auch der Einzelne nur einen  kleinen Anteil zu diesen Veränderungen beiträgt, ist er doch gefordert, durch Änderung seines Verhaltens dem Klimawandel entgegenzuwirken. Für eine entscheidende Weichenstellung ist es jedoch erforderlich, auf unsere Politiker Einfluss zu nehmen.  

Adressen unter  

http://www.bundestag.de/mdb/index.html .

Sie können sich auch an Unterschriftenaktionen von Campact beteiligen:  

http://www.campact.de/.

 

Das sind die Alternativen:

Entweder die Welt schafft es, die CO2- Produktion deutlich zu reduzieren und die Temperatur steigt damit global um maximal 2 Grad, besser 1,5 Grad an, ein Anstieg, von dem man annimmt, dass er in seinen Folgen noch beherrschbar sein könnte, oder es wird zu erheblichen Umwälzungen kommen in kurzer Zeit, bereits in  der Lebenszeit unserer Kinder und Enkel.

 

 

Der Klimawandel hat längst begonnen, seine Auswirkungen sind bereits zu erkennen

 Im Mai 2009 berichten Wissenschaftlern des PIK (Potsdam Institut für Klimafolgenforschung) über zwei neue Studien:  Diese Analysen zeigen nochmals in aller Schärfe, wie wenig Zeit wir für eine Trendwende bei den globalen Emissionen noch haben. Schon in wenigen Jahren muss der Gipfel der Emissionen überschritten werden und sie müssen dann deutlich  fallen.

 

Warum ist nicht früher etwas geschehen? Ein wichtiger Grund dafür ist sicher, dass sich nach dem Erdgipfel 1991 massiver Widerstand von Lobbygruppen wie der Global Climate Coalition (mit prominenten Mitgliedern wie Exxon und General Motors) formiert hat, die geschickt Zweifel in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft am anthropogenen (vom Menschen gemachten) Klimawandel gesät haben.
http://www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/debatte/2009-04-29/wie-viel-co2-ist-zu-viel
 

http://www.pik-potsdam.de/~stefan/klimahysterie.html

 http://www.zeit.de/2012/48/Klimawandel-Marc-Morano-Lobby-Klimaskeptiker/komplettansicht

 

 

 

Grundlagen

Vor 300 Millionen Jahren unter der Erde eingelagerter Kohlenstoff reichert sich durch die Verbrennung von Kohle, Öl und Gas in der Atmosphäre an. Die CO2-Konzentration steigt seit 1850 an. Der aktuell gemessene CO2 Wert ist der höchste seit mindestens 700.000 Jahren (so weit reichen zuverlässige Daten).
 

1824  Treibhauseffekt wird erstmals beschrieben


1859  CO2 ist ein Klimagas

1896  Arrhenius: Quantifizierung der Erwärmung durch CO2

1930  es ist eine globale Erwärmung zu befürchten

1957

erstmals wird nachgewiesen:
CO2 in der Atmosphäre steigt an, die Quelle ist die Verbrennung von Erdöl, Erdgas und Kohle

1968

Es wird vor einem Anstieg des CO2 um 0,02 Prozentpunkte gewarnt. Die globale Durchschnittstemperatur würde sich um 2-3 Grad erhöhen, es käme zum Ansteigen des Meeresspiegels, zu Veränderungen der Meeresströmungen usw.



1975

in einem Artikel prognostizierte der Klimawissenschaftler Broecker korrekt "dass der damals bestehende Abkühlungstrend innerhalb etwa eines Jahrzehnts einer deutlichen globalen Erwärmung weichen wird,verursacht durch Kohlendioxid" und dass Kohlendioxid "zu Beginn des nächsten Jahrhunderts die planetare Durchschnittstemperatur über die Erfahrungsgrenzen der letzten 1000 Jahre hinausgetrieben haben wird." Er schätzte die CO2- bedingte Erwärmung für das 20. Jhd. auf  0,8°C und sorgte sich über die Konsequenzen für die Landwirtschaft und den Meeresspiegel.


All denen, die selbst heute noch behaupten,die globale Erwärmung sei nicht vorhersagbar, mag Broeckers Artikel zur Erinnerung dienen, dass die Erderwärmung tatsächlich vorhergesagt wurde, bevor sie mehr als ein Jahrzehnt später in den globalen Temperaturdaten erkennbar wurde. http:/www.wissenslogs.de/wblogs/blog/klimalounge/allgemein/2010-07-28/global-warming-hat-geburtstag

1979

NationalAcademy of Science der USA warnt vor einer globalen Erwärmung

1988

IPCC Intergovernmental Panel on Climate Change wird von den UN gegründet

1997


Kyoto-Protokoll 

2008

Wissenschaftler des Global Carbon Projects (GCP) ermittelten für 2007 einen CO2-Anstieg um 2,2 Teile pro Million (ppm). Im Vorjahr waren es noch 1,8 ppm gewesen. Inzwischen (2010) liegt die Konzentration bei 389 ppm. Die CO2-Werte sind so rasant angestiegen wie nie - seit 2000 viermal schneller als im vorherigen Jahrzehnt.

2013

erstmals seit mindestens 700 000 Jahren (diese Zahl ist sicher aufgrund von Messungen in Eisbohrkernen) und wahrscheinlich seit einigen Millionen Jahren werden 400 ppm CO2 erreicht. Allerdings sind die Daten für diesen langen Zeitraum über Millonen Jahre weniger zuverlässig

Die Erkenntnisse zum Klimawandel beruhen inzwischen auf Jahrzehnten von Forschungsarbeit und Tausenden von Studien. Es besteht ein außerordentlicher Konsens der verschiedensten Gremien.

http://www.pik-potsdam.de/~stefan/Publications/Other/klimawandel_fact_sheet.pdf

 

 

Der CO2 Gehalt der Atmosphäre währen der letzten 420 000 Jahre bis 2010:

 












Quelle: Wikipedia

 

 

Folgen

 

Temperatur


Hier sehen Sie die Entwicklung der Temperatur der letzten 130 Jahre:



 


 







https://www.umweltbundesamt.de/sites/default/files/styles/800w400h/public/medien/384/bilder/2_abb_indikator_abw-globale-lufttemp_2019-08-13.png?itok=iSqYz15n

 

Bis heute (2019) ist die Temperatur global um ca. ein Grad (gegenüber 1900) angestiegen. Die EU hat sich ein Ziel von maximal 2 Grad globaler Temperaturerhöhung gesetzt. Neueste Erkenntnisse zeigen, dass dieses Ziel eine Minimalforderung sein muss. Viele Ökosysteme reagieren empfindlicher auf die globale Erwärmung, als noch vor einigen Jahren angenommen. Im Klimavertrag von Paris haben die Staaten der Welt vereinbart, den Temperaturanstieg auf möglichst 1,5 Grad zu begrenzen. Ein anspruchsvolles Ziel, das mit den bis jetzt beschlossenen Maßnahmen keinesfalls erreicht werden kann. Schon die als Ziel festgelegten 2 Grad werden erhebliche Folgen nach sich ziehen, wie im Weiteren beschrieben. Im "worst-case" Szenario, d.h. wenn die Entwicklung unverändert fortschreitet, wird ein weiterer rascher Anstieg der CO2-Konzentration und damit ein Anstieg der globalen Temperatur bis 2100 um bis zu 4 Grad erwartet mit danach weiter ansteigenden Temperaturen  

 

 

Meeresspiegelanstieg

 

 

 

 

 






Erläuterungen dazu:

http://www.scilogs.de/wblogs/blog/klimalounge/klimadaten/2011-06-20/2000-jahre-meeresspiegel

Ein aktueller Bericht:

https://www.sueddeutsche.de/wissen/klimawandel-meeresspiegel-arktis-ozeane-1.4615208

 

Durch Ausdehnung des Meerwassers mit zunehmender Temperatur, durch Abschmelzen der Gletscher in den Gebirgen der Welt, durch Abschmelzen von Grönlandeis und auch von Westantarktischem Eis kommt es zum Anstieg des Meeresspiegels. Die genannten Faktoren reagieren nur sehr träge auf Temperaturänderungen, so dass es selbst bei einem Stop des Temperaturanstiegs noch über einige Jahrhunderte zu einem Meeresspiegelanstieg kommen wird.   

 

Grönlands Eisschild wird immer kleiner und schmilzt immer rascher. Dadurch steigt auch der Meeresspiegel immer schneller an. Das  völlige Abschmelzen der Grönlandgletscher allein würde eine Meeresspiegelerhöhung von 7 Metern verursachen.

Aktuell (IPCC 2019) geht man von bis zu 1,1 Meter Meeresspiegelanstieg in den kommenden 80 Jahren aus bei ungebremsten Temperaturanstieg, aber auch mehr wird zurzeit nicht ganz ausgeschlossen. Der weitere Verlauf nach 2100 ist noch unklar, aber mit einigen Metern wird über die Jahrhunderte gerechnet.

Erinnern Sie sich an Ihren letzten Urlaub in Thailand, in New York, Florida, Venedig, in Spanien, Holland, oder an der deutschen Nord- und Ostseeküste?  

Plus 1 Meter, plus 1,50 Meter, plus …, die Auswirkungen sind klar. Ein großer Teil der Menschheit lebt in Meeresnähe, an den fruchtbaren und verkehrsgünstig gelegenen Flussdeltas.  

Die Folgen? Nur 30 cm mehr in Alexandria und 500 000 Menschen brauchen neue Siedlungen. Und neue Ackerflächen. Nur 30 cm mehr in Bangladesch, hier sind Millionen betroffen. Wer wird diese Menschen aufnehmen?  

 Die Niederlande müssten laut einem von der Regierung des Landes bestellten Gutachten vom Herbst 2008 ca.100 Milliarden Euro bis 2100 investieren, um sich vor einem Anstieg der Nordsee von 1 bis 1,4 Meter zu schützen. Und danach? Und wie kommt dann das Rheinwasser in die Nordsee? http://www.deltacommissie.com/en/advies

 Bei einem Anstieg um mehrere Meter müssten auch Städte wie London, Hamburg oder Bremen weitgehend aufgegeben werden. Die Bauten, die Infrastruktur wie Strom- und Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Telekommunikationsleitungen, U-Bahn-Tunnel wären zerstört, müssten an anderer Stelle wieder aufgebaut werden.  

New York und London planen neue Sperrwerke, die zumindest eine gewisse Zeit schützen würden.


Experten des Klimaforschungsinstituts der NASA haben untersucht, was passieren würde, wenn eine drei Meter hohe Sturmflut auf die Stadt zurollen würde. Battery Park City stünde unter Wasser, die Wall Street, das World Financial Center und mehrere Krankenhäuser. Die U-Bahn-Schächte, die schon heute ständig mit großem Aufwand leer gepumpt werden müssen, würden volllaufen, Häfen lahmgelegt. Manhattan wäre von der Außenwelt  abgeschnitten.  

Beim heutigen Pegelstand wäre so eine Flut statistisch gesehen ein „Jahrhundertereignis“. Die Stadt würde es sicherlich schaffen, mit den Folgen fertig zu werden. Wenn aber der durchschnittliche Meeresspiegel um einen Meter steigt, so die NASA-Forscher, gäbe es eine Drei-Meter-Sturmflut alle drei bis vier Jahre – und es würde vermutlich nicht mehr lohnen, die zerstörte Infrastruktur wieder aufzubauen.

 Und wohin werden die Menschen ausweichen? Die gewalttätigen Konflikte sind absehbar..  

Siehe auch: Harald Welzer, Klimakriege. S. Fischer Verlag 2008,

 Zum Meeresspiegelanstieg siehe auch unter Aktuelles vom 1.11.2019: wesentlich mehr Menschen werden bis 2050 betroffen sein als bisher angenommen.

 

Gletscherschmelze in den Gebirgen   

 

tritt weltweit und beschleunigt auf. Die Gletscher als Wasserspeicher fallen aus. Der Rhein wird wie auch andere Flüsse, die von Gletschern gespeist werden, im Sommer wesentlich weniger Wasser führen. Damit ist die Trinkwasserversorgung der Städte an den Flüssen und die Bewässerung von Feldern gefährdet, ebenso die Kühlwasserversorgung von Großkraftwerken.

Regenfälle werden rascher abgeleitet und führen zu Überschwemmungen. Gleichzeitig taut der Permafrostboden (Dauerfrostboden) in höheren Lagen der Gebirge auf. Damit steigt die Gefahr von Bergrutschen mit Zerstörung von Siedlungen und Verkehrswegen.

Auch in West-Sibirien und Nord-Kanada taut der Permafrostboden. Dort kippen bereits Strommasten und Häuser, da sie ihren Halt auf verloren haben.

 

 

Arktisches Meereis

 

Wann es zu einem vollständigen Abschmelzen des Nordpolareises im Sommer kommen wird, ist noch unklar, diskutiert wird heute ein Zeitraum um 2050. Für die Höhe des Meeresspiegels ist dies jedoch ohne Bedeutung, da es sich hier um schwimmendes Eis handelt. Der Eisbär wird das wohl nicht überleben.

Durch die verringerte Albedo (Rückstrahlung der Sonnenenergie) bei fehlendem Eis kommt es in der Folge zu einer umso stärkeren Erwärmung des Nordpolarmeeres und damit zu einem schnelleren Schmelzen der grönländischen Gletscher.

"Die Entwicklung überholt uns", sagt Rahmstorf. "Das zeigt, dass wir als Forscher bei den Klimaprognosen zu optimistisch waren." Das zeigt die folgende Grafik: 








 









https://nsidc.org/arcticseaicenews/https://



Antarktis

auch die Antarktis verliert Eis und trägt damit zum Meeresspiegelanstieg bei.

.











Extremwetter

Starkregen, Dürren, große Hitze haben wir alles schon erlebt in Deutschland in den letzten JahrenHeiße Sommer wie 2002, 2018, 2019 werden die Regel werden.


Wüstenbildung


Völkerwanderung, Flucht, Vertreibung

 Die Zahl der Flüchtlinge durch Missernten, Wüstenbildung und steigenden Meeresspiegel, durch kriegerische Auseinandersdetzungen wird weiter zunehmen.
Die Lösung: ein Eiserner Vorhang um Europa? 
 

 

 Aussterben von Tieren und Pflanzen

die sich an eine so rasche Klimaänderung nicht anpassen können. Die Vermehrung und Verbreitung der Arten ist von einem exakten Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Tier- und Pflanzenarten abhängig.  

Durch die Versauerung der Meere (bedingt durch gelöstes CO2) sind alle Organismen, die zum Aufbau ihrer Schale Kalk benötigen, in ihrer Existenz gefährdet. Dies betrifft auch die Korallen. Zahlreiche Arten der Meere sind in ihrer Entwicklung von den Korallenriffen abhängig. 

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/klima-die-menschheit-verliert-die-kontrolle-ueber-den-zustand-der-erde-a-1284286.html